Hebetechnik in der Industrieinstandhaltung

Wenn einem Industriebetrieb für die Instandhaltung verantwortlich ist hat ein breites Aufgabenspektrum. Teil dieses Aufgabenspektrums ist in den meisten Fällen die Betreuung der Krananlagen, Anschlagmittel und Hebezeuge.

 

Bei Neuanlagen ist ein zentraler Punkt der Planung zunächst einmal die Frage, welche Lasten an welcher Stelle gehoben werden sollen und wie sie bewegt werden können. So kann entschieden werden, welche Aufgaben durch stationäre Krananlagen und welche Aufgaben alternativ durch Hofkrane beziehungsweise Gabelstapler erledigt werden sollen. Bei den Krananlagen gibt es dann diverse Auswahlmöglichkeiten. Klassiker bei der Hallenplanung ist der Brückenkran bis zu 120t, der die gesamte Halle oder eine Teilfläche einer Halle abdecken kann. Teilweise werden durch ein Tor noch zusätzlich Außenbereiche abgedeckt, was allerdings erhöhte Anforderungen an die Korrosions- und Wetterbeständigkeit des Krans erfordert. Kleinere Aufgaben in der Nähe der Wände können häufig durch Wandschwenkkrane erledigt werden. Hier wird meist eine kleinere kreisförmige oder teilkreisförmige Fläche überdeckt und kleinere Lasten bei geringerer Hubhöhe unterhalb der Hallenhöhe befördert. Schwenkkrane eignen sich sehr gut für die Bestückung einzelner Arbeitsplätze, wenn das Werkstück beispielsweise mit dem Stapler oder den Brückenkran angeliefert wird. Wandschwenkkrane können übrigens nicht nur an Wänden, sondern auch mit entsprechender Stützumklammerung an Hallensäulen befestigt werden. Befindet sich der Arbeitsplatz nicht in der Nähe einer Hallenseite, so kommen Säulenschwenkkrane zum Einsatz. Diese werden im Boden verdübelt, wobei darauf zu achten ist, dass der Boden eine ausreichende Festigkeit hat. Dies ist für die meisten neuen Fabrikanlagen gegeben, jedoch muss dem Instandhalter klar sein, dass eine Kranabnahme ohne eine entsprechende Statik nicht möglich sein wird.

 

Eine weitere Aufgabe es dann die Planung der entsprechenden Anschlag- und Lastaufnahmemittel. Dies ist ein sehr umfangreiches Feld. Klassisch setzt jeder Industriebetrieb Anschlagketten beziehungsweise Kettengehänge, Hebeschlingen und Rundschlingen zum Anschlagen von Lasten an den Kran ein. Diese sollten jeweils so ausreichend vorhanden sein, dass alle notwendigen Aufgaben gleichzeitig erledigt werden können. Für Sonderaufgaben bei großen oder schweren Lasten beziehungsweise schwer anzuschlagenden Lasten werden Traversen eingesetzt. Hier gibt es ein breites Spektrum von einfachen starren Balkentraversen mit einem zentralen Kranaufhängepunkte und zwei Lastaufhängepunkten an den Seiten der Traverse bis hin zur verstellbaren H-Traverse oder Quertraverse mit vier Aufhängepunkten. Zudem werden oft Sondertraversen für spezielle Lasten notwendig. Hierbei empfehlen wir, auf Eigenkonstruktion zu verzichten. Gerade wer einen eigenen Stahlbau und eine eigene Schweißerei hat, neigt häufig dazu, schnell mal ein Lastaufnahmemittel zu fertigen. Diese genügen allerdings in vielen Fällen nicht den den rechtlichen und normativen Vorschriften. Eine spätere Abnahme durch ein erfahrenes Kranunternehmen oder einen Kransachverständigen ist dann meist nicht mehr möglich, da diesen das entsprechende Wissen über die Statik und die Historie fehlt.

 

Ist dann das entsprechende Hebezeug vorhanden, so muss jährlich eine UVV Prüfung der Krane, Hebezeuge und Anschlagmittel durchgeführt werden. Hierfür haben Kranunternehmen meist die entsprechenden sachenkundigen Personen, die diese Prüfung für sie durchführen können. In den meisten Fällen decken diese Person weitere notwendige Prüfungen, wie das Prüfen von Türen, Toren, Leitern und Regalen mit ab. Auch persönliche Schutzausrüstungen können meist durch diese Personen geprüft werden, wenn sie eine entsprechende Zusatzausbildung besitzen. An der Stelle ist die Hauptaufgabe des Instandhalters im Industrieunternehmen, eine gute Dokumentation der Prüfungen sicherzustellen. Hierbei geht es nicht nur um die formelle Pflicht und die Einhaltung von Normen, wie der ISO 9001, sondern insbesondere auch darum, Unfälle zu verhindern. Nicht jeder Mitarbeiter geht ausreichend sorgsam mit den entsprechenden Lastaufnahme- und Anschlagmitteln um, so dass eventuell Beschädigungen unerkannt auftreten oder erkannte Beschädigungen nicht gemeldet werden. Wenn Ihnen jemals etwas auf den Fuß gefallen ist, wird Ihnen klar sein, dass bei den üblichen Lasten im Industrieumfeld schwere Folgen vorprogrammiert sind. Daher sind Prüfung und eine gute Dokumentation dieser Prüfung unabdingbar. Prüfungen sind jährliche gesetzliche Pflicht, bei Kranen und Kettengehängen kommen Sonderprüfungen in größeren Intervallen dazu, so werden Kettengehänge bzw. Anschlagketten alle 3 Jahren einer Ultraschall-Rissprüfung unterzogen. Klassisch stellen die entsprechenden Sachkundige nach der UVV-Prüfung Prüfformulare aus, die sie in gut zugänglichen Ordner abheften. Natürlich hat inzwischen auch hier die Digitalisierung Einzug gehalten: So können Lastaufnahme- und Anschlagmittel sowie Krane mit RFID-Tags versehen sein. Diese RFID Tags müssen natürlich entsprechend robust sein, um die oft dreckigen, staubigen oder öligen bzw. fettigen Arbeitsumgebung zu verkraften. Die Daten werden dann nicht mehr manuell verwaltet, sondern in zentralen Verwaltungsprogrammen wie zum Beispiel unserem SHT ChainConnect. Natürlich ist dies mit Kosten verbunden, diese stehen jedoch in geringem Verhältnis zu den Hebezeugen und gleichzeitig wird viel Arbeit im Prozess eingespart. Die Daten müssten nicht mehr ausgedruckt und in Papier verwaltet werden sondern sind immer jederzeit und überall auf Knopfdruck verfügbar. Allein mit Hilfe eines Mobiltelefons kann der Instandhalter direkt am Gerät seine gesamte Historie überprüfen oder neue Dinge, die Beschädigungen, Reparaturen oder nach Prüfungen dokumentieren. Selbstverständlich können in den modernen Tools auch andere Arbeitsmittel mit verwaltet werden, auch Örtlichkeiten können vermerkt werden.

 

Für die Planung von Kranen, Lastaufnahmemitteln und Anschlagmitteln sowie deren Prüfung und Dokumentation in ihrem Industrieunternehmen bzw. Ihrer Fabrik stehen wir Ihnen jederzeit kostenlos und unverbindlich zur Verfügung. Natürlich sind wir dann auch in der Lage alle notwendigen Leistungen bei Ihnen vor Ort zu erbringen.

 

Beim Heben und der Hebetechnik in der Industrie gilt also wie fast überall: gut geplant ist halb gewonnen.

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